2011-12-15 08:44 von Marius Jung
Am jeweiligen Rand der territorialen Zuständigkeit der Kreishandwerkerschaften Kassel und Südniedersachsen verläuft die Grenze zweier Bundesländer: Hessen und Niedersachsen. Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte standen, wohl geografisch bedingt, in der Vergangenheit weniger stark im Fokus beider Organisationen.
Das soll sich nun ändern. In einem ersten Sondierungsgespräch zwischen den Spitzen beider Organisationen kam man überein, zukünftig vielleicht doch das ein oder andere miteinander zu unternehmen und sich in relevanten Themen ggf. gemeinsam zu positionieren.
„Es ist schon erstaunlich, dass trotz der direkten Nachbarschaft und den eigentlich kurzen Wegen zwischen Nordhessen und Südniedersachsen bislang so wenig Nachbarschaft gelebt wurde“ stellen Kreishandwerksmeisterin Katja Thiele-Hann/Südniedersachsen und Kreishandwerksmeister Bernd P. Doose/Kassel anlässlich ihres Mitte November in Kassel geführten 1. Treffens übereinstimmend fest. Und dabei gäbe es sicherlich nicht wenige Themen, die noch mehr Aufmerksamkeit erreichten, würde man sich mit 1 Stimme in der Öffentlichkeit zu Wort melden. Das meinen auch die beiden KH-Geschäftsführer Andreas Gliem, Göttingen und Erich Horbrügger, Kassel.
Zusammen vertreten die beiden Organisationen weit über 3.000 Mitgliedsbetriebe in mehr als 60 Handwerksinnungen. Zwar sind die landespolitischen Ansprechpartner jeweils andere. Bei Themen, wie z. B. der Fachkräftesicherung oder der Kooperation von Handwerksbetrieben, ebenso wie bei schulpolitischen Fragestellungen seien die Gemeinsamkeiten trotz teilweiser unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen aber durchaus groß. Beide Kreishandwerkerschaften wollen sich für die Beibehaltung erleichterter Vergabebedingungen einsetzen und damit zur Entbürokratisierung beitragen. Fortan will man sich deshalb mit Regelmäßigkeit an beiden Standorten in Kassel und Göttingen treffen, um näher zusammenzurücken. Schon der Erfahrungsaustausch sei sicherlich gewinnbringend im Interesse der organisierten Handwerksbetriebe, glauben die KH-Geschäftsführer.
Als erste verabredete Gemeinschaftsaktion wird die Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen alle Innungsmitglieder der Nachbarorganisation zu dem gesellschaftlichen Großereignis nach Göttingen – dem Handwerkerball – am 04. Februar 2012 in die Lokhalle einladen. „Wir würden uns riesig freuen, wenn möglichst viele der Innungskolleginnen- und kollegen aus dem nordhessischen Bereich einmal an unserer tollen Veranstaltung Anfang Februar teilnehmen würden“, so Kreishandwerksmeisterin Thiele-Hann. Der Handwerkerball in Göttingen erfreut sich größter Beliebtheit und wird regelmäßig von etwa 1.500 Gästen besucht. In 2012 wird erstmals ein fabrikneues Auto unter den Teilnehmer verlost.
Sofern man sich bereits bei Geselligkeitsveranstaltungen gut verstehe, sollte eine zukünftige Zusammenarbeit auch in inhaltlichen Fragen unschwer leichter fallen, ergänzt Kreishandwerksmeister Doose optimistisch.